Direkt zum Inhalt

Bauen mit Holz

Bauen mit Holz

Einer der bekanntesten Klimaforscher der Welt, Prof. Schellnhuber, sagt sinngemäß, dass nur die Verwendung des Baustoffes Holz und entsprechende Aufforstungen das Klima retten kann. Heutzutage wird schon weniger als die Hälfte des Holzes, was verbraucht wird, im eigenen Land produziert. Bei Importen weiß man ohnehin nicht, ob der Wald in den Herkunftsländern nach den gleichen strengen Regelungen wie bei uns bewirtschaftet wird. Durch die Einstellung der Holznutzung im Nationalpark wird dann noch mehr Holz aus z.T. dubiosen Quellen importiert werden müssen (und die heimische Wirtschaft leidet zudem). Wie kann der Konflikt zwischen Klima- und Artenschutz im Nationalpark gelöst werden?

Antwort

Hallo Gast,

vielen Dank für Ihre Frage mit Bezug zur Bedeutung von Holz als Baustoff, zum aktuellen Verhältnis von Holzimport zu Holzexport sowie dem Klima- und Artenschutz.
Die Bundesrepublik Deutschland ist in intensive Außenhandelsbeziehungen eingebunden. Dies zeigt sich auch beim Handel mit Holz und Produkten auf Basis von Holz. In den Jahren vor der jüngsten gravierenden Beeinträchtigung der heimischen Forst- und Holzwirtschaft durch massiven Borkenkäferbefall und langanhaltende Trockenperioden ab 2018 wurde dabei mehr Holz beziehungsweise Produkte auf Basis von Holz importiert als exportiert. Der Nettoimport betrug im Jahr 2017 rund 3,0 Mio. m³ Rohholzäquivalent. Dies entspricht etwa 6 % des deutschen Rohholzeinschlags im gleichen Jahr.

Der Holzeinschlag in NRW im Jahr 2017 betrug ebenfalls rund 3,0 Mio. m³. Die derzeit diskutierte Kulisse eines potentiellen Nationalparks Egge hatte hieran einen Anteil von rund 76.000 m³ beziehungsweise 2,5 %. Auf Basis der aktuellen Forsteinrichtungsdaten beträgt der derzeit innerhalb der Gebietskulisse nachhaltig realisierbare Holzeinschlag rund 39.000 m³. Im Falle der Realisierung eines entsprechenden Nationalparks stünde diese Holzmenge damit langfristig nicht mehr zur Verfügung. Allerdings finden in einem Entwicklungsnationalpark partiell noch über Jahrzehnte Waldumbaumaßnahmen statt, die einen Verkauf von eingeschlagenem Holz in Teilen weiterhin ermöglichen. Die konkreten Folgen für die regionale und überregionale Holzwirtschaft werden sich präziser abschätzen lassen, wenn eine exakte Gebietskulisse feststeht. Dieser Gebietsvorschlag wird Bestandteil der durch einen Kreis oder eine kreisfreie Stadt einzureichenden Bewerbung um die Einrichtung eines Nationalparks sein.

Klima- und Artenschutz sind gleichermaßen bedeutsam. Neben dem Umstand, dass sie sich teils gegenseitig bedingen zeichnen sie sich auch durch zahlreiche Synergieeffekte aus. Dies schließt punktuelle Schwerpunktsetzungen jedoch nicht aus. In Bezug auf den Artenschutz zeigt gerade der Nationalpark Eifel, welche positive Wirkung ein solches Großschutzgebiet mit seiner Fläche von gut 10.700 Hektar auf die Artenvielfalt hat. Unter den 11.356 nachgewiesenen Arten im Nationalpark befinden sich 2.614, die auf der „Roten Liste der gefährdeten Arten“ stehen. Allein im Jahr 2022 konnten Forscherinnen und Forscher im Nationalpark Eifel weitere 156 Arten nachweisen. 

Einen Überblick über die im Nationalpark lebenden Arten erhalten Sie beim Nationalpark Eifel. Weitere Informationen zum Thema Biodiversität in Nationalparken stellt der Nationale Naturlandschaften e.V. zur Verfügung.

 

Viele Grüße,

Ihr Moderationsteam

Cookies UI